Jungunternehmer gründen „Amazon für Bienen“

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    • Jungunternehmer gründen „Amazon für Bienen“

      noe.orf.at/news/stories/2889966/

      Zittern heißt es jetzt für Imker. Wie viele von ihren Bienen die kalte Jahreszeit überstehen, ist ungewiss. Ein Start-up-Unternehmen aus Perchtoldsdorf (Bezirk Mödling) will hier ansetzen und über die Plattform „Hektar Nektar“ Bienen vermitteln.
      Imkern und vor allem Hobbyimkern sterben Schätzungen zufolge über den Winter zwischen 30 und 70 Prozent ihrer Bienenvölker. Allein im deutschsprachigen Raum würden jedes Frühjahr 600.000 Bienenvölker, die den Winter nicht überlebt haben, fehlen. Die Brüder Mark und Martin Poreda wollen mit ihrem Start-up-Unternehmen mit Sitz in Perchtoldsdorf Imker miteinander vernetzen. „Wir sind ein Marktplatz, der Züchter, die Bienen anzubieten haben, und Käufer, die Bienen kaufen wollen, zusammenbringt“, sagt Martin Poreda im Gespräch mit noe.ORF.at.
      Seit drei Monaten sind die Jungunternehmer im neuen Büro, von wo aus der Marktplatz im Internet betrieben wird. Eine riesige, aus Holz nachgebaute Bienenwabe an der Wand des Büros zeigt, dass sich hier alles um Bienen dreht. Sogar echte Bienen gibt es hier. „Wenn man aus unserem Fenster schaut, dann sind auf dem Flachdach 60.000 Bienen zu Hause. Sie halten jetzt gerade Winterschlaf“, so Poreda.
      Bestäubungsleistungen für Bauern
      Noch viel mehr Bienen finden sich dann auf der Plattform „Hektar Nektar“. Sie stellt eine Art Amazon für Bienen dar. „Es gibt für die Imker keinen Marktplatz, wo sie zum Beispiel nach Bienenrassen suchen können oder sich aussuchen können, ob sie die Bienen abholen können oder zugeschickt bekommen. Das gibt es für Imker nicht. Zudem ist es sehr schwierig, Bienen zu suchen, meist sind sie auch schon für die nächste Saison ausverkauft.“ Die Plattform soll diesen Problemen nun entgegenwirken.
      Nach dem Prinzip von Amazon gibt es auch bei „Hektar Nektar“ für jede getätigte Vermittlung eine Provision für die beiden Betreiber. Auch Bauern, die Bienen für ihre blühenden Felder und Obstgärten benötigen, können über die Plattform buchen. „Wir vermitteln auch zwischen Landwirten, die Bestäubungsleistung durch Bienen für ihre Felder suchen, und Imkern, die sich auf Bestäubung spezialisiert haben“, so der Unternehmer.

      Ein Bienenvolk kostet im Durchschnitt 170 Euro

      Zudem werden Bienenpatenschaften für Privatpersonen und Unternehmen vermittelt. Die Brüder hatten die Idee, als ein Imker sie gebeten hatte, beim Aufbau seines Onlineshops zu helfen, erzählt Martin Poreda: „Wir haben ihn ein Jahr lang begleitet. Wir haben gesehen, dass es für Imker in der digitalen Welt noch viel zu tun gibt, und das wollen wir mit unserer Plattform umsetzen.“
      Mit speziellen Transportboxen können schließlich tausende Bienen auf Reisen geschickt werden. Durchschnittlich kostet ein Bienenvolk etwa 170 Euro. Registrieren kann man sich bereits auf der Plattform, auch Bestellungen können abgeben werden. Der tatsächliche Start der Vermittlung beginnt dann mit dem ersten Bienenflug, der erfahrungsgemäß im März oder April stattfindet.
    • Da bin ich ja mit meinem Zielpreis für Auswinterungsvölker zu billig. Ich verkaufe sie um ca. 150€. Bei 30-50% Verlusten würde ich mal dringend eine Nachschulung oder überhaupt einen Imkerkurs empfehlen. Ich hab 2 Völker im Herbst vereinigt,weil sie mir zu schwach erschienen, der Rest schaut sehr gut aus, der Winter ist noch nicht vorbei aber ich rechne mit keinen weiteren Ausfällen. Liebe Grüße, Rudi
    • Ich kann solche Verlustmeldungen auch (noch) nicht nachvollziehen, mein 2. Winter mit Bienen, bis heute noch kein Volk verloren....
      Wenn ich regelmässig 30-50% Verlust häte, würde ich mir ein anderes Hobby suchen.

      Den beiden Betreibern der neuen Plattform viel Erfolg, wird nicht leicht auch Landwirte mit ins Boot zu holen, ob hier der Bedarf an Bestäubung überhaupt gesehen wird?
    • In Wirklichkeit ist es doch alle Jahr dasselbe - wenn man ringsum schaut gehen immer bei den selben Kollegen die Fluglöcher zu. Ein paar Imker gibt es überall die den Großteil der Völker unbeschadet über den Winter bringen. Das hat sicher nicht nur mit der entsprechenden Bildung zu tun, sondern auch - wie in jedem Beruf - mit dem Talent des Imkers.
      Hat man ein Gefühl dafür wie das Volk dasteht? Hat man den Überblick über Varroadruck und kann auf komplexe Aufgabenstellungen reagieren, usw. Ist man flexibel und kann seine Arbeitsweise an Gegebenheiten anpassen und aus Fehlern lernen, oder benötigt man für alles ein "Kochrezept"?

      In der Jugend habe ich den Beruf des Tischlers erlernt. Auch wenn es für Bienenbeuten und Fertigküchenmontage reichen wird, ein besonderes Talent habe ich nicht dazu. Ich habe mir einiges mühsam angelernt und meinen Lehrabschluss gemacht und dann schnell das Weite gesucht. Wenn ich zurückdenke an manche meiner damaligen Kollegen, denen dieses Handwerk einfach in die Wiege gelegt war frisst mich der Neid (nur Sprichwörtlich, es ist einfach nicht Meines). Wie leicht denen die Arbeit von der Hand ging, wie selbstverständlich sie beste Ergebnisse erzielten, wie genau die Schnitte saßen...

      Na klar sind mir auch schon Völker eingegangen, es ist auch nicht auf jedem meiner Standorte gleich, was zusätzliche Herausforderungen mitbringt und erhöhte Flexibilität vom Imker fordert. Wenn mir aber mal ein Volk oder mehrere eingehen versuche ich daraus zu lernen und noch besser zu werden. Wie man in einem Jahr seinen ganzen Bestand oder den größeren Teil davon um die Ecke bringen kann verstehe ich aber auch nicht. Vielleicht passiert es mir ja auch noch, ich glaube aber dass es eher am Überblick liegt. Aus meiner Sicht sind die meisten "Ausfälle" Varroaschäden und da gibt es ausreichend Mittel und Methoden diese ganz gut im Griff zu haben.

      Bienenpreis wie Honigpreis. Ich verstehs nicht: Der Aufwand ist groß, die Arbeitsleistung enorm, wie gesagt: es gelingt auch nicht Jedem - die Gegenleistung=Wertschätzung ist mickrig. Aus meiner Sicht sind die 170eur schon ein "Kaputtpreis". Überwinterungsrisiko, Futter- und Behandlungskosten, Materialbedarf, Verringerung der Honigernte im laufenden Jahr ... wenns sein muss kann ichs Euch vorrechnen, im Rechnen war ich schon als Tischler unter den Besten ;)
      Ableger, ja klar -- aber wer überwinterte (Wirtschafts)völker um den Preis verschleudert ist selber Schuld.

      Hatte heuer auch schon erste Anfragen wegen Wirtschaftsvölkern, habe wie jedes Jahr abgelehnt. Ich tu mir das nicht an wegen der paar Euros.

      Wegen Landwirte ins Boot holen bin ich unbesorgt, da liegt das Problem eher bei den Imkern die nicht aufstellen wollen (was ich auch gut verstehen kann) oder können.
      Bei mir stehen die Landwirte im Frühjahr immer Schlange und ich kann nur einen kleinen Teil der Anfragen befriedigen. Die anderen örtlichen Kollegen wandern gar nicht und so kann ich mir die Standorte mit der besten Lage und von den Bauern die mir von ihrer Arbeitsweise am ehesten zusagen wählen.
      Was beim wandern aber immer mehr zum Problem wird sind die Abstände zu anderen Imkern. Aus verschiedenen Gründen ;) gibt es seit einigen Monaten unglaublich viele Bienenstände aus Kärnten in meiner Region, 1000de Völker wurden in den letzten Jahren neu aufgestellt und kommen teilweise gar nicht mehr heim. Früher waren es gar nicht so viele und die fuhren nach dem Raps wieder heim. Auch immer mehr Steirer drängen im Frühjahr gegen Osten und sind nur mehr zur Waldtracht daheim. Ich als örtlicher Imker finde fast keinen Standort mehr wo ich nicht im Umkreis zumindest an den "Heimbienenstand" im Rapsacker eines zugewanderten Imkers angrenze. Heimbienenstand ist es jetzt deshalb - weil diese Bienen ja nicht mehr wegkommen sondern nach der Rapsblüte vom Besitzer gleich in die Akazie und dann an den nächsten Acker gestellt werden wo im kommenden Jahr Raps gebaut wird und dann das ganze restliche Jahr dort stehen bleiben. Abgesehen davon sind die Imker einfach zu faul Wanderkarten auszufüllen, also wird einfach alles zum Heimbienenstand erklärt...
      Landwirte gibt es aber viele und alle wollen gerne Bienen aufstellen oder zumindest in der Nähe haben.
      Liebe Grüße

      Abnormal

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von abnormal ()

    • Lockvogel schrieb:

      Ich kann solche Verlustmeldungen auch (noch) nicht nachvollziehen, mein 2. Winter mit Bienen, bis heute noch kein Volk verloren....
      Wenn ich regelmässig 30-50% Verlust häte, würde ich mir ein anderes Hobby suchen.

      Den beiden Betreibern der neuen Plattform viel Erfolg, wird nicht leicht auch Landwirte mit ins Boot zu holen, ob hier der Bedarf an Bestäubung überhaupt gesehen wird?
      Warte mal ab wenn du in deiner nähe den Spezial-Imker hast (den einen :thumbup: ), der die Varroa Behandlungen neu erfindet den du auch Hilfe anbietest, und du durch die Reinvasion der dumme bist. ;(
      Und er in seinem Blog schreibt, laut Therorie dürften nur mehr 4000 Milben im Stock sein, nach der Behandlung natürlich. :saint:
      Von der Ferne kann man leicht tolerant sein, wenn du täglich betroffen bist, schaut die Sache anders aus.
    • @abnormal Dass jetzt überall in Österreich Heimbienenstände aus dem Boden schießen, haben wir allerdings in immer mehr Gegenden den Kollegen zu verdanken, die aktiv gegen die Wanderimkerei vorgehen. Mit dem VIS hat sich das Problem noch verschärft. Es gibt Österreichweit Gegenden wo Ortsvereine Völker in einem Abstand verteilen, dass am Papier keiner mehr zuwandern kann und bei einer Zuwanderung dann bei den Behörden auf der Matte stehen ... da der hält die Abstände nicht ein ... Den Erwerbsimkern bleibt in immer mehr Gegenden gar nichts anderes mehr übrig, als überall Heimbienenstände zu etablieren.
    • dh dann, jeder kann überall einen Heimbienenstand definieren und der Abstand zum Wanderimker beträgt zB in NÖ 200m.
      200m ist so gut wie nichts.Was sollen dann die Ortsvereine, die Wanderbienenstände nicht wollen, dagegen machen können? Wirklich alle 200m einen Bienenstock hinstellen? Klingt absurd für mich.

      Wie funktioniert das in Wien?
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      Liebe Grüße
    • Eine grobe Rechnung

      Wien hat ca 400 km2, dh wenn ich alle 250 m einen Heimbienenstand hinstelle, dann sind das 6400 Bienenstände. Lt Vis gibt es 7125 Stöcke in Wien bei 330 Imkern. Das wären dann 21 Stöcke Pro imker- das kann ich mir nicht vorstellen, ich glaube, dass der Durchschnitt bei 2-3 Stöcken liegt.

      Dann stimmt entweder die Statistik absolut nicht, die Angaben der Imker nicht, oder die Menge der im Vis gemeldeten Stöcke ist vollkommen falsch.

      Wenn ich annehme, dass 1-2 Stöcke pro Stand stehn, dann müsste Wien bereits wegen Überfüllung geschlossen werden. Eine Wanderkarte für Wien dürfte überhaupt nicht mehr ausgestellt werden.

      Neue Heimbienenstände dürften nicht mehr errichtet werden, und die Abstände von einem zum anderen Stand werden sicher nicht eingehalten.
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      Liebe Grüße
    • ich zeigs auf dem Bild. Ich bin der gelbe Punkt mit dem Fadenkreuz. Mein Wanderplatz an einem Rapsfeld heuer im Frühjahr. Der Bauer spritzt nur nach Bedarfskontrolle (zählt Käfer). 14 Tage bevor ich komme hört er überhaupt auf zu spritzen bis ich wieder weg bin.

      der grüne Punkt ist ein anderer Imker aus meinem Dorf den ich zwar nicht gefragt habe der aber befreundet ist und nichts dagegen hat wenn ich dort stehe, der blaue Punkt ist ein extérner Imker ohne Standbezeichnung, VISNummer, etc. Zu ihm halte ich den Abstand mit Müh und Not ein. Ist ein solcher "Hausbienenstand". Zum Glück kümmert er sich nicht (wahrscheinlich hat er meinen vorübergehenden Aufenthalt nicht mal bemerkt), zwischendurch sind ihm mal die Dächer davongeflogen, die waren dann ein gutes Monat offen, mangels Telefonnummer konnte ich ihn auch nicht verständigen. Außerhalb des Bildes geht es munter mit Punkten weiter.
      Am Bild 2 ein anderer Wanderstand beim Nachbardorf, ich wieder gelb mit Fadenkreus, blau ein Dauerstand eines Steirers ganzjährig so um die 30 Völker, zur Frühtracht und Akazie mehr, der andere Punkt ein Steirer oder Kärntner "Hausbienenstand" größeren Ausmaßes, sobald die Akazie verblüht ist stehen dort nur mehr die Ständer weil die Bienen daheim im Wald gebraucht werden. Beide könnten mich anzeigen weil ich den Abstand nicht einhalte. Folgt man der Straße von meinem Standort im Bogen weiter folgen 2 weitere "Hausbienenstände" die das halbe Jahr leer stehen. Ich habe sie nicht eingezeichnet weil ich hoffe dass ich dorthin den Abstand schaffe, sie zueinander aber nicht ;) Es ist ums Dorf fast schon unmöglich nicht irgendwo einen Punkt in 500m zu haben.
      Dateien
      Liebe Grüße

      Abnormal
    • Hi

      Bsp 1 :
      der mit dem blauen Punkt: keinen Namen, keinen Vis nummmer? Da brauchst doch nicht du den Abstand einhalten, der hat gar nichts zu melden, denn der existiert nicht....wenn er sich nachmeldet, muss er zu dir den Abstand einhalten und nicht umgekehrt. Der kann doch froh sein, dass er da überhaupt noch steht.
      Der grüne is eh kein Problem

      Bsp 2:
      wenn beim grünen nur die Ständer stehen, kann das kein Heimbienenstand, sondern max ein Wanderstand sein. Wenn der leer ist, rückst ein bischen ab vom blauen, dann hast den Abstand. Kommt der grüne wieder,muss er den Abstand zu dir einzuhalten und nicht umgekehrt.

      Wer zuerst kommt.....
      ---------------
      Liebe Grüße
    • ist natürlich eh alles relativ, weil das in Wirklichkeit alles keine Heimbienenstände sind, sondern nur der Besitzer das so sieht.

      Am anderen Ende vom Dorf steht ein "Heimbienenstand" wo ganzjährig 2-5 verreckte Ableger dahinvegetieren. Im Busch daneben liegen Bienenständer für ca. 100 Völker die bei passender Tracht plötzlich dem Heimstand bevölkern. Das ist halt die "neue Art der Wanderung" ohne Bürokratie.
      Liebe Grüße

      Abnormal
    • abnormal schrieb:

      Im Busch daneben liegen Bienenständer für ca. 100 Völker die bei passender Tracht plötzlich dem Heimstand bevölkern. Das ist halt die "neue Art der Wanderung" ohne Bürokratie.
      da dies illegale Bienenwanderung ist, stellt dies doch eine große Gefahr der FB Einschleppung dar, denn diese plötzlichen "Heimvölker" haben sicher kein FB-Untersuchung hinter sich und wurden dennoch mit Sicherheit mehr als 5km transportiert.
      GLG

      Peter

      ps.: Mir ist nur Sanftmut, Vitalität und Fleiß bei der Biene wichtig, und sonst nichts!!! äh: vielleicht noch Schwarmträgheit :)