Bienenkunde: Welche Züchtung ist die Beste?

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    • Bienenkunde: Welche Züchtung ist die Beste?

      Carnica und Buckfast sind beide bekannte Bienenarten, fleißig und friedlich. Die Imker teilen sie jedoch in zwei Lager. Imkerin Heike Aumeier züchtet die Buckfast in der Oberpfalz, Franz Reitberger ist Carnica-Belegstellenleiter im Landkreis Rottal-Inn. Er schwört auf die Carnica - und will von der Buckfast nichts wissen. Denn wer weiß schon, was bei der noch in den Genen steckt? Die Carnica-Imker befürchten, dass durch Einkreuzungen die Stechlust alter Landrassen wieder zu Tage kommen und ihr langjähriger Zuchterfolg bei der friedlichen Carnica zunichte gemacht werden könnte

      "Der Imker ist nicht der Meister seiner Bienen sondern ihr Diener"

      :biene :biene :biene
    • Es geht nur einzig darum, in Zukunft regional angepasste Bienen zu favorisieren (Aussage von Ralph Büchler). Welche Unterarten oder Hybriden dafür geeignet sind, lässt sich noch nicht erkennen. Die Geißel der Rassendisskusion ist dieser Aufgabe nicht dienlich. Ich bin jedoch der Meinung wir müssen darüber reden können/dürfen um hoffentlich einen Konsens zu finden. Ich bin mir sicher, alle kennendiese Problematik in Teilen Österreichs. Hier werden künstlich lähmende Bedingungen aufrecht erhalten die keinen Sinn mehr ergeben.
      lg Michael



      P.S. Wegen Schreibfaulheit meine Antwort aus einer anderen Plattform hier her kopiert...
      Am wichtigsten ist die Biene, alles andere ist primär.
    • erstens das, und zweitens, wo gibt es noch den "Hauptstamm" von Bruder Adam, der alle Gutheiten in sich vereint?

      Ich kriege mehr und mehr den Eindruck,dass (manche) seine(r) Nachfolger das Prinzip "kreuzen, was geht" verinnerlicht haben, aber nicht immer unbedingt die nachfolgenden 7-8 Generationen Rückkreuzungen, um die gewünschten Merkmale zu "festigen", wie er schreibt. Mein (vielleicht oberflächlicher) Eindruck ist, dass unter den Buckfast-Enthusiasten das mehr zählt, wo noch mehr hineingekreuzt wurde.

      Ich glaube, der gute Bruder Adam hätte das so nicht mehr ganz verstanden. Der wollte nur eine gute Biene für seine speziellen Umwelt- und Trachtbedingungen.

      viele Grüße,
      Berthold
    • Bruder Adam hatte vielleicht andere Möglichkeiten und war außerdem auch jemand mit viel Durchhaltevermögen, Wissen, Erfahrung und vielen Bienenvölkern von denen ein großer Teil nur der Zucht diente. Ob dein Eindruck stimmt, kann ich nicht beurteilen, aber Züchter ist sicher nicht gleich Züchter und ob jemand jemals sein Können haben wird????. Ob es noch den "Hauptstamm" gibt nach so vielen Jahren?? aber dies ist alles in den Pedigrees zu sehen, wo viele schon noch bis Bruder Adam gehen. Auch Guido Sklenar war ein Ausnahmezüchter und die Meisten die ihm nachahmen werden auch nicht seine Leistung erbringen.
      GLG

      Peter

      ps.: Mir ist nur Sanftmut, Vitalität und Fleiß bei der Biene wichtig, und sonst nichts!!! äh: vielleicht noch Schwarmträgheit :)
    • Benutzername schrieb:

      Der wollte nur eine gute Biene für seine speziellen Umwelt- und Trachtbedingungen.
      Wir wollen doch alle eine Biene die mit der "Jetztsituation" gut klarkommen kann. Wie das mit der Rückkreuzung zu Festigung von bestimmten Merkmalen funktioniert, weiss ich noch nicht so genau. Ich weiss aber dass Insekten sehr gute Mechanismen besitzen um relativ rasch z.B. Resistenzen gegenüber Umweltgiften zu entwickeln. Beispiel Derbrüsselkäfer und Neonics bei der Zuckerrübe. Dieses Gift dürfte diesem Tier mittlerweile wurscht sein.
      Ich frage mich, ob es tatsächlich so sinnvoll ist, hier derartig von Menschenhand einzugreifen. Wir haben mit dieser züchterischen Bearbeitung nach allen Regeln der Kunst eine Biene geschaffen die wegen jedem Schas fix und fertig ist. Ein Anpassungsprozess ist dadurch unmöglich geworden. Vor allem wenn man sich das auf der Zeitskala ansieht, wie lange dieses Lebewesen bereits existiert, und seit welch kurzer Zeit erst massive Probleme für die Bienen entstanden, sollten wir uns eigentlich langsam aber sicher für unsere Bemühungen/Eingriffe/Manipulationen schämen.
      Wir arbeiten mit einem Wildtier. Wem würde einfallen z.B. Rehe, Hirsche oder Feldhasen auf mehr Schlachtgewicht zu züchten. Vermutlich wurde auch das schon versucht... ich nehme an mit mäßigem Erfolg.
      Einerseits brauchen wir die Zuchtprogramme aber wir müssen auch die natürliche Selektion genauso wichtig nehmen sonst sehe ich dunkelschwarz.

      lg Michael
      Am wichtigsten ist die Biene, alles andere ist primär.
    • Sturmimker schrieb:

      Wem würde einfallen z.B. Rehe, Hirsche [oder Feldhasen] auf mehr Schlachtgewicht zu züchten.
      ... die werden auf "große Trophäen" gezüchtet, seit Jahrzehnten !
      {man könnte auch noch sagen: auf gute Futterannahme aus Fütterungen, wenig Scheu vorm Jäger; Bequemlichkeit beim Fressen, zB der Verjüngung der Waldbäume ... in Amerika sorgt die Rückkehr der Wölfe für eine rasche Änderung dieser "Zuchtrichtung" ...}
      (hab die Feldhasen extra eingeklammert :)

      Wurscht, unter natürlichen Bedingungen (ohne menschlichen Eingriff) wären solche "Fehlentwicklungen" schnell weg vom Fenster, unter Umständen in einer Saison. Langsam würde sich dann aus den Überlebenden eine neue Population aufbauen. Erst sehr klein, dann nach und nach wachsend. Bei Bienen würde das heißen - kein Honig für die "Massen" auf Jahrzehnte.

      vG
      Berthold
    • Neu

      Sturmimker schrieb:

      Sorgt dann nicht eigentlich die Varroamilbe für eine Änderung dieser Zuchtrichtung bei den Bienen?
      ich bin sicher, dass sie dies tut und es wird auch schon daran gearbeitet. Nur will niemand auf die bereits vorhandenen guten Eigenschaften bei der Biene (schwarmträge, sanft, viel Honig.....) verzichten und dadurch ist dies ein langsamer, mühsamer Prozess.
      GLG

      Peter

      ps.: Mir ist nur Sanftmut, Vitalität und Fleiß bei der Biene wichtig, und sonst nichts!!! äh: vielleicht noch Schwarmträgheit :)
    • Neu

      @Benutzername Adam schrieb nicht davon dauernd Rückzukreuzen etc. Rückkreuzungen haben einen gewissen Grund ... da kommen noch andere Dinge in das Spiel wie das Mendelian Cross bei den Eigenschaften ... Adam selbst hat seinen Hauptstamm weitergeführt, heute in den Pedigrees als descendant of B-xx43. Diese Linie existiert bis heute. Adam selbst hat nicht nur diese geführt, sondern auch Linien bei denen die Ursprungsmutter Nicht-Buckfast war und diese über die Drohnenseite per wiederholter Anpaarungen mit Buckfast und spezieller Selektion über die Zeit so lange bearbeitet bis diese dem Rassestandard der Buckfast entsprachen oder sie halt verworfen ... (Linien von Adam die bis heute existieren zB. Sinop62, Sinop72, Sinop86, AthosSt80R, ...). Im Carnicabereich würde man gedanklich etwas ähnliches finden unter dem Begriff Verdrängungszucht. Die gehaltene Landrassemütter waren auch keine Carnica ... Berthold, wie du zum Schluss kommst, dass da die ganze Zeit auf Teufel komm raus gekreuzt wird, ist mir schleierhaft. Die Liste der Urmütter (also Importmamis wie Anatolica, die paar Mamis aus Afrika oder Cecropia oder Macedonica, ...) auf denen die komplette Buckfastzucht aufbaut, ist für mich eigentlich überraschend kurz und übersichtlich. Manche werden halt als Mutterlinie weitergeführt, andere dagegen über die Drohnenseite nach Jahren der Zucht über die Drohnenseite eingeführt. Beide Wege sind möglich, wenn auch nicht immer ... Interessant wäre es da mal im Vergleich dazu zu sehen auf wie wenigen Müttern die Sklenarzucht beruht oder Peschetz ... Die Pedigreedatenbank vom Buckfastverband ist recht übersichtlich. Beebreed dagegen leider überhaupt nicht. Bei genetischen Untersuchungen der Carnica in der Schweiz war die genetische Breite der dortigen Zuchtcarnica überraschend klein. Aus Österreich gibt es ja leider keine wirklich guten Studien. Also bevor man auf die Buckfast hinhaut, sollte man sich mal die heutige "Zucht"carnica anschauen ...

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Noldi ()

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      Danke Noldi für diesen hoch interessanten Beitrag!
      Mir ist nur eine Sache nicht ganz klar.

      Noldi schrieb:

      ...Linien von Adam die bis heute existieren zB. Sinop62, Sinop72, Sinop86, AthosSt80R,
      Wie ist es gelungen, diese Linien bis heute (über Jahrzente) stabil zu erhalten? Meine Frage ist der Tatsache geschuldet, dass ich es einfach nicht verstehen kann, wer sich diese Arbeit zu welchem Zweck antut. Vielleicht liege ich komplett falsch, aber die Glaubwürdigkeit dieser Aussage stimmt mich bedenklich.
      Ich kenne mich weder mit der Pedigreedatenbank noch mit Beebreed gut aus. Ich kenne mich nur mit den simplen Gegebenheiten einer "selektierten Standbegattung" aus. Schon 3-4 auserwählte Mütter bringen mich innerhalb kürzester Zeit dokumentarisch zum verzweifeln und da hab ich noch kein einziges Vatervolk dabei...

      Noldi schrieb:

      Manche werden halt als Mutterlinie weitergeführt, andere dagegen über die Drohnenseite nach Jahren der Zucht über die Drohnenseite eingeführt.
      Rein rechnerisch bestätigt dies meine Bedenken. Ich würde mir das gerne erklären lassen, wie das funktionieren kann.

      lg Michael
      Am wichtigsten ist die Biene, alles andere ist primär.

      Beitrag von guenther ()

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      @Sturmimker Linie hat in der Buckfastzucht eine andere Bedeutung wie in der Carnicazucht. Linie bei der Buckfast beschreibt die Ursprungsimportmama, zB. Sinop62. Als Sinop62 werden alle Nachfahren (mütterlicherseits) der Anatolica Sinop die Bruder Adam im Jahr 1962 aus Sinop Türkei importiert hat bezeichnet. Eine strenge Linienreinzucht ala Carnicastämme/linien findet bei Buckfast nicht statt. Die Begrifflichkeiten werden hier in beiden Welten leicht unterschiedlich verwendet. Es gibt mindestens zwei Imkereien die seit Jahrzehnten die Linien von Bruder Adam über eine private Gebirgsbelegstelle und eine private Inselbelegstelle weiterführen und versuchen zu erhalten und zwar ohne dass sie in einem wesentlichen Ausmaß spätere Linien in ihren hätten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Noldi ()

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      zu meiner Imkerei solltest du genug finden Thomas schau mal auf FB und auch sonst in den Foren! oder auch hier ... fotos usw.
      Von Bildern über Berichte ...... alles vorhanden !!! ist ja auch kein Geheimnis !!
      Was für Bienen ich hab in NÖ ? das fragst du ? Carnica Völker - mit Teils standbegatteten Queens - so wie ich sie vondir gekauft habe!
      Aber auch Völker mit Queens von VSH Serien aus Tratten auch von Wurm sind vorhanden oder aus Ladys aus Warth
      Du fragst mich nach meinen Zielen ? in der Imkerei ?
      Ziel - gesunde und vitale Bienen und Völker und jedem seine Biene die er will!


      Noldi schrieb:

      Bei der Gesetzeslage und der Hetze die von fanatischen Graufans ausgeht, glaubst du allen ernstes, dass dir da in einem öffentlich einsehbaren Forum wer eine Antwort geben wird?
      JA - Antwort gebe ich immer gerne wie gesagt vor was verstecken ? ;)
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      "Der Imker ist nicht der Meister seiner Bienen sondern ihr Diener"

      :biene :biene :biene

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