Imker:innen für Interspar gesucht

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  • Hallo Marian,
    könntest Du vielleicht über dieses tolle Projekt etwas mehr preisgeben?
    Vor allem auch über den für mich sehr beeindruckenden Honigpreis (mind. 23,- EUR für vermutlich 1 kg Glas - nicht vielleicht 4 x 0,25 kg).
    Ich habe die Bewerbung beim Interspar-link durchgeklickt. Worum geht es wirklich? Interspar geht es neben der Werbewirksamkeit etwas für die Bienen tun zu wollen, in erster Linie Honig von Bioimker:innen (Erwerbsimker:innen !) anzukaufen, notfalls auch von Nicht-Bioimkern:innen (wenn nicht ausreichend zusammenkommt).

    Allein durch das immerwährende ausdrückliche Hinweisen auf "Bio-Honig" entsteht der Eindruck, daß Honig der übrigen "Nicht-Bio Imker:innen" von minderer Qualität wäre, obwohl diese sich ebenfalls sehr bemühen. (Hygieneschulungen etc.) Hier wird ein permanentes "Auseinander dividieren" betrieben, welches ich einfach nicht akzeptiere!
    Ich habe es auch schon abgelehnt in einer lokalen Zeitung einen Eintrag mit Bild von mir betreffend "Honig in Gold-Qualität" geerntet zu haben, mit der Begründung, daß im Verein noch erheblich mehr Mitglieder Honig gleicher Qualität geerntet haben und dieses "ich bin der Beste" rigoros abzulehnen ist.

    Wie viele Imker (Hobbyimker) im Forum sind Bioimker:innen, welche auch in der Lage sind für Interspar bedeutende Mengen Honig liefern zu können?
    Wie viel zahlt Interspar wirklich für den gelieferten Honig?

    Für eine Beantwortung meiner Anfrage bedanke ich mich bereits im voraus und wünsche dem tollen Projekt einen sehr guten Start und Verlauf.

    Manfred


    (PS.: Über eine bei uns gestartete tolle Aktion werde ich noch nichts berichten).
  • Intersparr will an Filialenstandorten in ganz Österreich Lagenhonig von Imker:innen prodizieren lassen. Der Honig wird in 250g Gläsern in den Filialen verkauft. Wir suchen jetzt Imker:innen die die Betreuung der Völker übernehmen. Dieses Jahr geht es mit 10 Standorten los und ab kommenden Jahr sollen es viele mehr werden.

    Bei Interesse einfach über unsere Homepage bewerben.
    Bienenzentrum Wien
    biezen.at
  • mado wrote:

    Allein durch das immerwährende ausdrückliche Hinweisen auf "Bio-Honig" entsteht der Eindruck, daß Honig der übrigen "Nicht-Bio Imker:innen" von minderer Qualität wäre, obwohl diese sich ebenfalls sehr bemühen. (Hygieneschulungen etc.) Hier wird ein permanentes "Auseinander dividieren" betrieben, welches ich einfach nicht akzeptiere!
    Als BIO-Imker habe ich anfangs die Erfahrung gemacht, daß sich Imkerfreunde von meiner Existenz angegriffen fühlten und etwas aggressiv wurden.
    Das stelle ich ab mit dem Hinweis, das sicher jeder guten Honig produziert und es jeden frei steht sich ebenfalls den Auflagen, kontrolliert von einer Kontrollstelle, zu unterwerfen und die Kontrollkosten, Mitgliedsbeiträge, zu bezahlen. Beim Wort bezahlen ist meistens Ruhe. Unabhängig davon ist es mir egal, wenn sich jemand auseinander dividiert fühlt. Informiere dich besser mal über Auflagen und Ziele der Bioverbände, und vergiß die EU-Bioverordnung.

    mado wrote:

    Wie viel zahlt Interspar wirklich für den gelieferten Honig?
    Gute Frage, aber welche Leistung ist zu erbringen? Für mich scheint das zu groß. Ich möchte mich auch nicht abhängig machen. Ich will können, nicht müssen und vermarkte selber.

    LG, Thomas
  • Hallo Thomas,
    danke für Deinen Beitrag.
    Natürlich steht es jedem frei einem Bioverband beizutreten und sich den geforderten Auflagen zu unterwerfen, incl. den vorgeschriebenen Kosten.
    Aber was ist denn der wirkliche Grund für diesen Entschluß? Ehrlich gesagt, sich von den "gewöhnlichen" Imkern abzuheben, denn an der Qualität des Honigs liegt es nicht.
    (Aus Spaß wird sich niemand ein Gewicht ans Bein binden, um dann zu jammern, daß er nicht vorankommt). Den etwas höheren Honigpreis bin ich niemandem neidig.

    Wo liegt denn überhaupt der Unterschied gewöhnlicher Imker zu Bio-Imker? Die "Biologische Betriebsweise". Über die "Auflagen und Ziele" gibt es im Netz mehr als genug Informationen!
    Über die Sinnhaftigkeit kann sich jeder seine Gedanken machen, ob sie zur Verbesserung der Honigqualität ausschlaggebend sind (abgesehen rückstandsfreies Wachs- verwende ich auch).

    Durch die fast ausschließlich konventionelle Landwirtschaft im Flugkreis meiner Bienen und auch die meiner Imkerkollegen wäre "Bio" ohnehin kaum möglich, was mich jedoch nicht stört.

    Von besonderem Interesse wäre noch der vom Threadersteller erwähnte Honigpreis.

    Gruß
    Manfred
  • mado wrote:

    Aber was ist denn der wirkliche Grund für diesen Entschluß? Ehrlich gesagt, sich von den "gewöhnlichen" Imkern abzuheben, denn an der Qualität des Honigs liegt es nicht.
    Von manchen Imkern will ich mich abheben, und dem Konsumenten kann ich das so vermitteln.
    Den Anstoß hat damals der Konflikt mit der konventionellen LW gegeben, Neonikotinoide waren ein heißes Thema, und sind es heute noch, nur redet kaum mehr wer davon. Es wird auch anderees noch fleißig gespritzt. Jedenfalls, wenn ich mich glaubhaft aufregen will, muß ich selbst mit gutem Beispiel voran gehen. Und niemand kann so einfch auf eine BIO-Betriebsweise umsteigen, wie ein Imker.

    mado wrote:

    Wo liegt denn überhaupt der Unterschied gewöhnlicher Imker zu Bio-Imker? Die "Biologische Betriebsweise".
    Die "Biologische Betriebsweise"!
    Schön wäre viel biologische LW im Flugradius, eine blühende Landschaft, worauf man wenig Einfluß hat. Aber man kann die Bienen in den Wald stellen, anstatt auf den Acker.
    Ein eigener Wachskreislauf, Bienenpflege nur mit organischen Säuren, Bienenbehausungen aus natürlichen Materialien, also aus Holz, Ernte und Lagerung des Honigs in Edelstahlgebinden, Aufzeichnungen führen, was wir auch so müssen, füttern nur mit (Eigen)Honig oder teilweise mit BIO-Zucker, oder BIO-Maisstärke. Weiters sollte den Bienen die Möglichkeit zum Naturbau gegeben werden. Ich hoffe jetzt nichts zu vergessen, aber eigentlich ist das alles selbstverständlich und ich jedenfalls mußte bei der Umstellung nur das Wachs untersuchen lassen, den Erlagschein einzahlen und ein Jahr Umstellungszeit abwarten. Ach ja, Pressing, Absperrgitter und Schied sind nicht BIO, nicht für mich jedenfalls.
    Grundsätzlich ist BIO nicht gleich BIO! Es gibt zB. Demeter, das wäre ich, wäre da nicht die Einschränkung "Zucht nur aus dem Schwarmtrieb", BIO Austria ist die Alternative, und dann ist da die EU-Bioverordnung, die ist schlapp und in meinen Augen nur ein grünes Mascherl.

    LG, Thomas
  • Danke Thomas für die ausführliche Beschreibung, welche mir nicht unbekannt ist.

    Schön wäre viel biologische LW..., ist aber nicht so und damit fängt es schon an. An der Honigqualität ändern auch die aufgezählten geforderten Auflagen nichts.

    Das mit dem Bienen in den Wald stellen hilft leider auch nicht sehr viel. Die Wälder sind meist nicht so groß, sodaß der Flugradius immer auch die landwirtschaftlichen Ackerflächen miteinbezieht. Raps! In meiner Nähe zB. ist ein landwirtschaftlicher Betrieb, welcher das Spritzen dieser Flächen auch für andere Landwirte durchführt.

    Demeter Imker haben nicht nur die Einschränkung "Zucht nur aus dem Schwarmtrieb", sie dürfen nur Honig füttern und keinen Zucker. Wäre die überwiegende Zahl Demeter Imker so wäre die geerntete Menge an inländischem Honig erheblich geringer, sodaß es dem Honigimport sehr zuträglich wäre. Vorteil?

    Bio Honig sollte richtigerweise Honig aus "Biologischer Betriebsweise" bezeichnet werden. Bei Honiguntersuchungen (Bio Honig !!) werden Spuren von PSM festgestellt, sodaß der Honig zwar meist noch verkehrs(verkaufs)fähig ist, jedoch nichts mehr mit "Bio" zu tun hat.

    Gruß
    Manfred
  • "An der Honigqualität ändern auch die aufgezählten geforderten Auflagen nichts."


    So?

    Dem konventionellen Imker ist zb. die Verwendung von Bayvarol, um nur Eines von Vielen die in Europa zur Anwendung kommen zu nennen, erlaubt.
    Der Wirkstoff kommt aus der gleichen Wirkstoffgruppe wie zb Holzschutzmittel gegen Holzschädlinge.
    Wer möchte sowas im Honig haben?
    Und kommt mir bitte Keiner mit :"Aber bitte geh.... Wer macht denn sowas?"

    BIO darf sich heute nur nennen, wer sich extern kontrollieren lässt.
    Weil eben in den Anfängen von BIO viel Schindluder damit getrieben wurde.
    Bedankt euch bei den Landwirten dafür.
    Es gibt daher gesetzlich kein BIO das nur auf Vertrauen basiert.

    Darüber zu diskutieren wollen, ist nichts Anderes als der Versuch an Tatsachen zu rütteln.

    Und zur Aufklärung:
    Der BIO-Imker und natürlich auch der BIO-Landwirt ist ausschliesslich für seine eigene Betriebsweise verantwortlich.
    Keinerlei Betriebsmittel einzusetzen die nicht den Richtlinien entsprechen.
    Wenn Flächen für BIO ungeeignet sind, ist für Sperrungen die jeweilige Behörde gefordert.
    EU = Europäische Umverteilungsorganisation (Umverteilung von Unten nach Oben)

    The post was edited 1 time, last by guenther ().

  • Benutzername wrote:

    Um aufs Thema zurückzukommen:
    Da steht irgendwo irgendwie drin, dass es auch nicht-bio Imker*innen sein können ... unter welchen Bedingungen und wieso?

    vG Berthold
    Wenn von der Imker:in dann nicht eigene Völker sonder die von uns betreut werden die ja bio zertifiziert sind. Somit muss die Imker:in nur bereit sein die Bienenvölker bei Interspar unter den geltenden Regel zu betreuen. Das ist damit gemeint.

    Zur Diskussion bio und nicht bio aus ausreichend gesagt worden. Ich will eine Landwirtschaft unterstützen die auch für meine Bienen das beste macht. Somit ganz klar warum ich mich bio zertifzieren hab lassen. Das darf jeder für sich entscheiden!
    Bienenzentrum Wien
    biezen.at
  • wolfgang.s wrote:

    Marian wrote:

    Wenn von der Imker:in dann nicht eigene Völker sonder die von uns betreut werden die ja bio zertifiziert sind. Somit muss die Imker:in nur bereit sein die Bienenvölker bei Interspar unter den geltenden Regel zu betreuen. Das ist damit gemeint.
    Um was für einen Arbeitsumfang handelt es sich und wie soll da abgerechnet werden ?
    Grüße Wolfgang
    Wenn es dich interessiert bewirb dich bitte unverbindlich. Der Aufwand ist abhängig vom Standort und Anzahl der gewünschten Völker. Gezahlt wird nach kg Honig und zusätzliche Aufwände.
    Bienenzentrum Wien
    biezen.at
  • Bio ist nichts schlechtes und eigentlich der richtige Weg. Bio Austria allerdings ist gold plating und als Mindeststandard bei Projekten ungeeignet. Demeter wie anscheinend mancher möchte, ist generell eine eigene Geschichte, bei deren ideologischer Hintergrund wie Steiner und Co es mir die Zehennägel aufdreht. Und nein, Demeter gibt es nicht ohne diesen dunklen ideologischen Überbau. Zucht aus dem Schwarmtrieb ... damit ist möglich gezielte Zucht über Belegstellen etc. zu betreiben.

    Um das geht es aber nicht. Sondern um ein Projekt mit Spar, das aufgrund des hohen Preises des Honigs wenig Konkurrenz für andere Imker sein dürfte, aber Werbung für alle macht. Denkt mal an den Werbewert.
  • Ich bin bei diesen Lebensmittelriesen generell höchst skeptisch.
    Letztendlich geht es nur ums Geld, Geld und nochmal Geld.
    Gewinnmaximierung unter jeden Umständen.
    Nur um ein Beispiel zu nennen:
    Bei uns in Lepoldsdorf/M hat doch so ein Grosser in seinem regionalen Regal "regionalen Honig" stehen.
    Ratet mal woher der kommt?

    Der Eine aus St. Peter/Au der Andere gar aus der Steiermark.
    Was soll daran für österreichische Verhältnisse "regional" sein?

    Ist doch Verarxxxe pur...
    EU = Europäische Umverteilungsorganisation (Umverteilung von Unten nach Oben)

    The post was edited 1 time, last by guenther ().

  • guenther wrote:

    Ich bin bei diesen Lebensmittelriesen generell höchst skeptisch.
    Bin ich auch, aber nachfragen könnte sich lohnen, wenn die nötige Zeit verfügbar ist. Ich glaube sie nicht zu haben, aber habe mich eben beworben. Man ist ja neugierig, und unzählige Stunden streichle ich meine Bienen für Gottes Lohn. Vielleicht mach ich das jetzt mal für nicht ganz umsonst.

    Marian, es angebracht dir einmal für dein Engagement zu danken!

    LG, Thomas