Schwammtuchmethode bei 3-Zargen ZF

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    • Schwammtuchmethode bei 3-Zargen ZF

      Guten Tag,

      ich habe wieder ein vermutlich typisches Anfängerproblem:
      Ich imkere mit Zander flach, 1 Volk auf 4 Zargen, das andere auf 5. Teilen möchte ich jetzt nicht, sondern gegebenenfalls im nächsten Frühjahr, um ein Abschwärmen zu verhindern.
      Von diesen 2 Völkern habe ich soeben Honig geerntet. Da ich sie möglichst auf eigenem Honig überwintern möchte, sind sie jetzt auf 3 Zargen+Leerzarge+Bienenflucht. Aufgrund der Volksstärke werden sie b.a.w. die 4. Zarge aber weiterhin benötigen. Brut ist auf 3 Zargen vorhanden.
      Mein Problem - genaugenommen sind es 2 - ist:
      1) Bei 20ml AS je Zarge ergibt das bei 3 Zargen 60 ml, ich befürchte, dass das für die im untersten Bereich der Beute letal wird, und nach oben zu wenig geht. Ist Verteilen auf 2 Schwammtücher (1 oben, 1 unten) eine Lösung?
      und 2): wenn ich vor der AS-Behandlung die Bienenflucht und die Leerzarge wegnehme, haben sie es vermutlich ziemlich eng, halten die das die 2-3 Tage mit der AS Behandlung durch?

      Ich könnte natürlich auch aus den bebrüteten Waben jeweils einen 2-Zarger erstellen, und die Honigwaben nach 3 Tagen wieder dazutun, aber da geraten die doch nur zusätzlich in Panik, und haben sicher zu wenig Raum.

      Nachtrag: Derzeit sind noch keine Hinweise auf Varroa zu sehen.

      Übrigens: Das stärkere Volk überwältigt derzeit fast täglich 1-2 Hornissen in Teamarbeit! (in der Wespenfalle sind auch immer wieder Hornissen mit drinnen)

      Danke für alle Ratschläge
      Liebe Grüße
      eine derzeit ziemlich ratlose Gaby
    • Die Schwammtuchmethode von unten ist eine sehr unsichere Sache. Bienenwerkstatt hat sie beherrscht, aber trotzdem birgt sie die Gefahr das die AS nach oben nicht genügend wirkt und unten die Brut und die Königin gefährdet wenn die Säure zu schnell kommt. Ich an deiner Stelle würde auf 3 Zargen reduzieren und von oben behandeln, und falls möglich mir noch Liebig-Dispenser anstatt den Schwammtüchern besorgen. Schwammtuch ist nicht gleich Schwammtuch. Einstein hat eigene Tücher entwickelt, und auch der Liebig-Dispenser sorgt für eine sehr zuverlässige Verdunstung.Die Schwammtuchmethode birgt die Gefahr, das die Verdunstung zu schnell oder zu langasm erfolgt. Erfahrene Imker haben es im Griff, nur sicnd die 20ml pro Wabengasse nur ein Richtwert. Den Unterschied macht hierbei immer die Fingerspitze des Imkers.
      mfg stefanzo
    • Hallo,um die Jahrteszeit beurteilt man ein Volk nach der Brut, nicht nach den Bienen. Die vielen Bienen sind bald weg, aus der Brut schlüpfen die Winterbienen, die letztendlich über die Auswingterungsstärke entzscheiden. Was willst du mit 4 Zargen? Geschleudert wirst du ja haben und nach der As-Behandlung kannst das auch vergessen. Reduziere aut zwei Zargen, dann wirkt die AS von unten und es ist Platz genug für die Brut.

      LG, Thomas
    • Dem muß ich entgegenhalten, dass ich noch nie von unten behandelt habe.

      Ginge bei mir nicht, denn offener Gitterboden über die gesamte Beutenfläche, die Säure sinkt nach unter und wirkt so.
      Bei mir wird auch das Fluzgloch auf 10 cm Breite gehalten, Höhe 5-6 mm.
      Säure, wenn sie verdunstet ist schwerer wie Luft und sinkt nach unten, sie muß ja den Weg nach draußen finden um neuer Luft zum Atmen der Bienen Platz zu machen.
      Also ist es nur logisch, dass ich von oben behandle, alles andere ist nicht sehr effizient und belastet das Volk unnötig.
      Wenn von oben behandelt wird, legen die meisten die Säure über das Brutnest - das Wettex.
      Das ist Schwachsinn, denn man treibt die Bienen von der Brut weg und die Königinn wird irgendwo sitzen und kann abgestochen werden, ich sehe das jedes Jahr und die Leute lernen nichts daraus.
      Gruß Einstein
    • einstein wrote:

      Das ist Schwachsinn, denn man treibt die Bienen von der Brut weg und die Königinn wird irgendwo sitzen und kann abgestochen werden,
      Das habe ich noch nie erlebt! Und es wurde in den vergangenen Jahren hier unzählige Male beschrieben, daß der Säuredampf sich in der Beute unabhängig von der Schwerkraft verteilt.
      Schwachsinn ist in meinen Augen nicht selbst die Dosierung und Wirkung beurteilen zu können und darum auf ein fertiges Anwenderschema angewiesen zu sein. Aber für alle die es nicht können oder lernen wird dies das Beste sein.

      LG, Thomas
    • Kein Volk braucht drei Zargen Zander Flach zum überwintern bei wiener Verhältnissen. Je mehr Volumen desto unwirksamer die As Behandlung vor allem bei starken Völkern und noch dazu von unten!!!? Dass du das Varroaproblem nicht siehst ist unerheblich haben tust du es wie wir alle und ohne wirksame Behandlung sind die Kisten vor dem Winter leer.
    • Freeman sagt es so wie es ist, kein Volk braucht das.
      3 FZ ist Schwachsinn, ergibt verschimmelte Waben usw.
      Was wollen wir den Bienen noch antun?
      Die Universalverdunster geben in 3 Tagen 100 ml Säure ab, so wurde mit verg. Sonntag stolz berichtet.
      Dass die Bienen atmen müssen, davon wurde nicht berichtet.
      Da kann man schon sagen, die Imker sind Tierquäler ersten Ranges!!!!!
      "Ich will dazu jetzt nichts mehr schreiben, denn da geht mir der Hut hoch."
      Gruß Einstein
    • Als ich mit dem Imkern begonnen habe, habe ich auch einmal ein Volk auf 3 FZ überwintert.
      Das Volk hat überlebt, aber notwendig wäre es nicht gewesen, aber das lernst man halt erst mit der Zeit.
      Ein Schwammtuch oben und eines unten würde ich auf keinen Fall machen, da die Bienen keinen Platz zum ausweichen haben.
      Am besten runter auf 2 Zargen und von oben behandeln.
      Gruß,
      Mario :biene
    • Ja aber nicht mit dem Schwammtuch. Das ist die Brachialmethode mit hohem Fehlerpotential, ein ganz schmaler Grad zwischen mangelnder Wirkung und ordentlicher Schädigung der Völker und nix für Anfänger. Bei den jetzigen Temperaturen ist der Liebig Dispenser mit 85% As (unbedingt ungekühlt!!! übrigens) das Mittel meiner Wahl, wenn ich schon ( ausnahmsweise) zur As greifen muss. Liebe Grüße Rudi
    • Also jetzt mal ehrlich, es gibt doch genug Imker die zweizargig (laut Liebig) überwintern. Die paar Zentimeter machen ja jetzt auch nicht mehr aus als wenn ich hohen Boden vs.niedriger Boden verwende. Es soll sogar Imker geben die zweizargig Österrechische Breitwabe überwintern.
      Selber habe ich derzeit einige Völker die passen nie und nimmer in eine Jumbo. Die haben auch noch eine FZ drauf = 3 FZ.
      Ich verstehe das nicht, warum man als Anfänger sowas hier nicht fragen oder behaupten kann/darf!?

      Zum Thema: "Tierquäler ersten Ranges" habe ich mir vom Hannes (btree) eine Liste der bekannten/untersuchten Effekten von Ameisensäure auf Bienen ausgeborgt.


      • pH Wert im Honigraum sinkt auch noch im darauf folgenden Sommer
      • Stoppt Bruttätigkeit
      • Erhöhung der Expression eines Entgiftungs-Genes in den Bienen
      • 77% der Eier sterben ab
      • Hitzeschock-Gen steigt an (Indikator für Stress in den Bienen)
      • Zellen im Darm sterben ab in den Bienen
      • Bienen fächern übermässig und verlassen das Volk
      • Brutfläche und Arbeiterinnen Population sinkt
      • Brut Überlebenschance sinkt
      • Sensorische Orange auf den Antennen der Bienen nehmen Schaden
      • Drohnen sterben und Drohnen-Eier werden entfernt
      • Fütterung der Larven wird vermindert
      • Veränderte Protease Aktivität und Antifungale und Antibakterielle Aktivität sinkt in adulten Bienen und Larven
      • Assoziiert mit Königinnen Verluste
      • Verdeckelte Brut in der nähe der Verdampfer wird entfernt
      • Abneigungsverhalten von adulten Arbeiterinnen steigt


      Soviel zum Thema Varroabehandlung mit Ameisensäure.
      Zusammengefasst: Wie erzeuge ich möglichst kurzlebige und gestörte Bienen. Wenn Bienen schreien könnten...
      LG Michael

      PS. Jeder Punkt ist aus einer wissenschaftlichen Arbeit und kann im unten genannten Paper nachgelesen werden, wie der Effekt im Detail ausschaut, bzw. geht es hier um verschiedenste Anwendungsformen von Ameisensäure.
      slovetres.si/index.php/SVR/article/view/422
      Am wichtigsten ist die Biene, alles andere ist primär.
    • Ro-Bee wrote:

      Reduziere aut zwei Zargen, dann wirkt die AS von unten
      Ich habe es jetzt auch mit meinem Paten besprochen: Wir machen gemeinsam eine Durchsicht, und er beurteilt dann, wieviel einengen möglich ist. Er meint nämlich, es ist auch nicht gut, wenn man ihnen zu viel Honig lässt, weil sie bis zum Einwintern noch vieles sammeln (in Wien)

      einstein wrote:

      legen die meisten die Säure über das Brutnest - das Wettex.
      Das ist Schwachsinn
      Danke, das denk' ich mir auch immer, dass das nicht gut sein kann wenn das von oben die Arbeitenden voll trifft. Deshalb bevorzuge ich auch von unten, der Gitterboden bleibt bei mir zu.
      Durch das Fächeln verteilen sie den Dampf ohnehin.
      Bezüglich Wirksamkeit und Bienenverlust bin ich mit "Schwamm von unten" Dank der Routine meines Paten bisher sehr gut gefahren. (Dieses Mal werde ich es selbst machen, aber unter Aufsicht)

      freeman wrote:

      Kein Volk braucht drei Zargen Zander Flach zum überwintern
      Dazu kann ich erst beim Einwintern etwas antworten, jetzt sind 1x 4 voll und 1x 4 bummvoll

      Mario wrote:

      Am besten runter auf 2 Zargen
      Danke, siehe oben geschriebenes

      Sturmimker wrote:

      Liste der bekannten/untersuchten Effekten von Ameisensäure auf Bienen
      Das gibt zu denken. Danke für den Anstoss. Für die anstehende Varroa-Behandlung ist mir das jetzt zu kurzfristig, aber bis zur nächsten ist noch Zeit zum überlegen.

      GLG Gaby
    • Hallo Michael!
      Wieder ein guter Beitrag von Dir. Ich sehe es auch ungefähr so, daher gilt es für mich weiterhin als Hauptziel
      ohne, oder mit minimalster Behandlung auszukommen, auch wen es dadurch Verluste geben wird.
      Ich hoffe auch dass die Kritiker langsam weniger werden und Worte wie (versaut, Tierquäler, pervers)
      weniger verwenden werden. Oder ich habe auch die Möglichkeit darüber nichts mehr zu berichten.
      Lg. Adi
    • Um meinen Völkern heuer die AS zu ersparen habe ich mich für eine Blockbehandlung mit OX verdampfen entschieden, hat voriges Jahr im Oktober und ende November super funktioniert.
      Heute habe ich auf einem Stand wieder zur AS gegriffen um eine Kontrollbehandlung zu machen, da bei allen Ständen so wenig Milben gefallen sind das ich es nicht glauben kann. Sind wirklich so wenig Milben? oder wirkt die OX bei hohen Temperaturen und Flugverkehr weniger.
      Bin auf die nächsten Tage gespannt ob und was noch an Milben herunter kommt.

      Grüße Wolfgang
    • Sturmimker wrote:

      Soviel zum Thema Varroabehandlung mit Ameisensäure.
      Wenn das alles immer zutreffen würden, würden keine von meinen Bienenvölkern jemals den Jahreswechsel erleben ... sie tun es dennoch, in den letzten Jahren fast ohne Verluste (ev. gibts Drohnenbrütigkeit, weil ich nicht so oft nachschauen kann). Mag sein, dass manches zutrifft, aber sie überleben es und bleiben gesund.
      Würde sagen, ein "Medikament" mit manchmal fast nicht vermeidbaren Nebenwirkungen, aber der Organismus "Bien" hält es gut aus und wird dadurch gesünder.
      Und auch bei den Menschen spricht jede*r verschieden auf Medikamente an ...

      vG Berthold
    • BienenImGarten wrote:

      Ro-Bee wrote:

      Reduziere aut zwei Zargen, dann wirkt die AS von unten
      Ich habe es jetzt auch mit meinem Paten besprochen: Wir machen gemeinsam eine Durchsicht, und er beurteilt dann, wieviel einengen möglich ist. Er meint nämlich, es ist auch nicht gut, wenn man ihnen zu viel Honig lässt, weil sie bis zum Einwintern noch vieles sammeln (in Wien)

      einstein wrote:

      legen die meisten die Säure über das Brutnest - das Wettex.
      Das ist Schwachsinn
      Danke, das denk' ich mir auch immer, dass das nicht gut sein kann wenn das von oben die Arbeitenden voll trifft. Deshalb bevorzuge ich auch von unten, der Gitterboden bleibt bei mir zu.Durch das Fächeln verteilen sie den Dampf ohnehin.
      Bezüglich Wirksamkeit und Bienenverlust bin ich mit "Schwamm von unten" Dank der Routine meines Paten bisher sehr gut gefahren. (Dieses Mal werde ich es selbst machen, aber unter Aufsicht)

      freeman wrote:

      Kein Volk braucht drei Zargen Zander Flach zum überwintern
      Dazu kann ich erst beim Einwintern etwas antworten, jetzt sind 1x 4 voll und 1x 4 bummvoll

      Mario wrote:

      Am besten runter auf 2 Zargen
      Danke, siehe oben geschriebenes

      Sturmimker wrote:

      Liste der bekannten/untersuchten Effekten von Ameisensäure auf Bienen
      Das gibt zu denken. Danke für den Anstoss. Für die anstehende Varroa-Behandlung ist mir das jetzt zu kurzfristig, aber bis zur nächsten ist noch Zeit zum überlegen.
      GLG Gaby
      Du wirst sehen wie schnell sich deine Volker halbieren, wenn sie die Schadschwelle mal überschritten haben. Je stärker sie jetzt sind desto schneller. Starke Völker haben mehr Brut aufgezogen und daher i. d. R. auch mehr Milben. Deine Völker sind voller alter Sommerbienen, das was dann nachkommt ist zunehmend parasitiert. Jede dieser Jungbienen mit Varroa in der Zelle ist unbrauchbar für das Volk und kurzlebig. Die Alten gehen ab die Jungen auch, keine Winterbienen und alle drei Wochen verdoppelt sich die Varroalast…. es ist immer dasselbe…
    • Benutzername wrote:

      Wenn das alles immer zutreffen würde...
      es trifft zu. ist Fakt. wissenschaftlich untersucht und belegt.
      Ja, sie überleben es aber die Frage stellt sich wie? Alleine an der Honigleistung kann ich dir sagen du könntest vermutlich ein Drittel mehr von wirklich gesunden Völkern ernten. Zumindest war es bei mir so als ich 2017 zwei Stände ohne AS führte. Durch den Vergleich war die Entscheidung leicht in Zukunft auf AS zu verzichten. Ich habe es bis heute nicht bereut.
      Diese "fast nicht vermeidbaren Nebenwirkungen" sind doch letztendlich einfach nur die Unberechenbarkeit der Ameisensäurebehandlung. Die wirklich zugelassen Verdampfer (Liebig, Nassenheider, Apidea...) verbrauchen gut und gerne 300-600ml !!! AS/Saison und die Schwamtuchmethode hat genau genommen keine Zulassung. Darüber kann diskutiert werden, sie wird nach dem Arzneimittelgesetz zähneknirschend geduldet.
      Mir ist schon klar das es funktioniert aber ich bleibe dabei: es ist ein Relikt aus dem vorigen Jahrtausend. Es gibt viele erprobte und bienenschonendere Varroabekämpfungsstrategien. Warum AS noch immer verwendet wird und diese bienenschonenderen Methoden nicht angewendet werden entschließt sich mir nicht.
      LG Michael
      Am wichtigsten ist die Biene, alles andere ist primär.
    • Sturmimker wrote:

      Schwammtuchmethode hat genau genommen keine Zulassung
      Die AS ist herstellerabhängig zugelassen, und deshalb so teuer.
      Die Art der Anwendung bleibt dem Anwender überlassen, solange eben ein zugelassenes AS-Produkt verwendet wird.
      Ich habe früher auch Verdunster verwendet, aber nie mehr als 100ml eingefüllt mit einer täglichen Verdunstungsrate von max 15ml/Tag.
      Heuer habe ich genau drei Völker mit AS behandelt, den Rest mit Brutentnahme und OS.

      LG, Thomas